Medikamente können auf verschiedenen Wegen zu ihrem Bestimmungs­ort im Körper gelangen. Bei COPD-Patienten sollten sie möglichst auf direktem Weg die Lunge erreichen, um dort ihre Wirkung entfalten zu können und gleich­zeitig möglichst wenig Neben­wirkungen zu verursachen. Deshalb stellt die Inhalation für die meisten COPD-Medikamente die beste Methode der Einnahme dar. Dafür stehen verschiedene Inhalations­systeme zur Aus­wahl. Am häufigsten genutzt werden Dosier­aerosole und Pulver­inhalatoren. Welches System für Sie am besten geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Im Video erläutert Prof. Dr. Jens Schreiber, Lungen­facharzt und Direktor der Universitäts­klinik für Pneumologie in Magdeburg die Unterschiede der beiden Inhalationssysteme.

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten (technischen) Eigenschaften beider Systeme und eine Erklärung wann und wofür Inhalationshilfen genutzt werden können, finden Sie im Folgenden:

Dosieraerosole

In einem Dosier­aerosol befinden sich neben dem Wirk­stoff ein FCKW-freies Treibgas als Träger­substanz. Deshalb müssen Sie, je nach Präparat, manche Dosier­aerosole vor jeder Anwendung schütteln, damit sich Wirk­stoff und Treibgas vermischen, andere Dosier­aerosole benötigen das nicht. Bei der Inhalation ist die Koordination zwischen Einatmen und dem Aus­lösen des Sprüh­stoßes sehr wichtig. Bei korrekter Inhalation gelangt so aus­reichend Wirk­stoff in die Lunge. Bei modernen Dosier­aerosolen tritt der Wirk­stoff als langsamere und länger bestehende Sprühwolke aus. So werden Wirk­stoff­ablagerungen am Rachen vermindert und die Wirk­stoff­menge in der Lunge erhöht.

Die Inhalation mit einem Dosier­aerosol kann z. B. bei älteren Patienten durch die Anwendung einer Inhalations­hilfe (Spacer) vereinfacht werden. Das Dosier­aerosol wird in die Inhalations­hilfe gesteckt und der Wirk­stoff kann über den Spacer langsam eingeatmet werden. Die Koordination zwischen Auslösen des Sprüh­stoßes und Einatmen entfällt so.

Pulverinhalatoren

Bei Pulver­inhalatoren ist kein Treib­mittel erforderlich, im Gerät liegen die Inhalts­stoffe in Form eines Pulvers vor. Die Frei­setzung der Wirk­stoffe erfolgt durch das Einatem­manöver selbst. Insofern ist die Hand­habung dieser Inhalatoren meist einfacher als ein Dosier­aerosol, da die Koordination von Einatmung und Freisetzen der Wirk­substanzen entfällt. Dennoch muss auch das Inhalieren mit Pulver­inhalatoren geübt werden.