Dauer- und Bedarfsmedikation

Um langfristig gut mit der Erkrankung COPD zu leben, reicht es nicht aus, nur die akuten Phasen, in denen es Ihnen schlecht geht, zu behandeln. Dauermedikamente, die unabhängig von den Beschwerden regelmäßig angewendet werden, können akuten Verschlechterungen des Gesundheitszustandes und dauerhaften Beschwerden, wie z.B. Kurzatmigkeit, vorbeugen.

Dauermedikation

Langwirksame Betamimetika (LABA)
Langwirksame Betamimetika zählen zu den atemwegserweiternden Wirkstoffen (Bronchodilatatoren), die einer Verengung der Bronchialmuskulatur und damit einer Überblähung der Lunge entgegenwirken können. Diese haben eine Wirkdauer von mindestens zwölf Stunden und lindern damit die Atemnot dauerhaft. Der Wirkeintritt kann je nach Substanz unterschiedlich sein. Die Erweiterung der Bronchien macht sich entweder sofort oder etwas verzögert bemerkbar. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Salmeterol, Formoterol und Indacaterol.

Langwirksame Anticholinergika (LAMA)
Diese Substanzen erweitern die Bronchien. Zusätzlich haben Anticholinergika einen Einfluss auf die Schleimproduktion. Diese Präparate haben gezeigt, dass sie bei der Vermeidung von akuten Verschlechterungen der COPD hilfreich sein können. Die atemwegserweiternde Wirkung tritt etwas langsamer ein als bei den Betamimetika. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Glycopyrronium und Tiotropium.

Inhalative Kortikosteroide (ICS)
Inhalative Kortikosteroide dienen, wie u.a. auch die Anticholinergika, der Vermeidung von akuten Verschlechterungen der COPD, den sogenannten Exazerbationen. Die Kortikosteroide können dabei den entzündlichen Prozessen in den Atemwegen entgegenwirken und vermindern die Schleimproduktion in den Bronchien. Außerdem verbessern inhalative Kortikosteroide die Wirkung der atemwegserweiternden Effekte der Betamimetika, weshalb sie oft gleichzeitig in Form von Kombinationspräparaten verwendet werden. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Beclometason, Budesonid und Fluticason.

Bedarfsmedikation

Wenn Medikamente angewendet werden, weil z.B. akute Beschwerden auftreten, spricht man von einer Bedarfs- oder Notfallmedikation. Der Einsatz erfolgt in der Regel als Spray, das inhaliert wird – der Wirkstoff gelangt also direkt in die Lunge. Das Atmen wird innerhalb kürzester Zeit erleichtert. Diese kurzwirksamen Medikamente können bei akuter Atemnot Abhilfe schaffen. Hier kommen kurzwirksame atemwegserweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) zum Einsatz.

Notfallmedikation

Der Einsatz der Bedarfsmedikation sollte nur im Notfall erfolgen. Sollten Sie Ihr Bedarfsmedikament häufig nutzen, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine mögliche Therapie-umstellung.

Zweifach- und Dreifach-Therapie

Für COPD-Patienten kann es notwendig sein, mehr als nur einen dieser Wirkstoffe dauerhaft einzunehmen. Um die Anzahl der Medikamente, die ein COPD-Patient täglich einnehmen muss, zu reduzieren, bieten einige Hersteller Kombinationspräparate aus zwei Wirkstoffen an. Diese enthalten in einem einzigen Inhalationssystem entweder zwei atemwegserweiternde Wirkstoffe (ein Betamimetikum und ein Anticholinergikum) oder sowohl atemwegserweiternde als auch entzündungshemmende Wirkstoffe (ein inhalatives Kortikosteroid und ein Betamimetikum).

Seit kurzem sind auch Kombinationspräparate verfügbar, welche drei Wirkstoffe, nämlich sowohl ein inhalatives Kortikosteroid als auch ein Betamimetikum und ein Anticholinergikum, enthalten.